Faszientraining


 
Unterschätztes Bindegewebe

Wie Faszien-Training gegen Schmerzen wirkt!

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Rückenschmerzen können von der Muskulatur herrühren - aber auch von den Faszien, die sie umgeben. Auf ihr Konto gehen außerdem noch weitere Volkskrankheiten.
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Faszien sind die Bindegewebshüllen um unsere Muskeln – und bisher wenig beachtet. Das ändert sich gerade grundlegend. Denn gezieltes Training der Faszien hilft unter anderem gegen Rückenschmerzen und Knieprobleme.

Seit Jahren schmerzt Petra Kleinschmidt (49) das Knie beim Treppensteigen. Klaus Steffens (82) bereitet regelmäßig sein Rücken Probleme. Und Eva Theiss (44) leidet mehrmals in der Woche an Verspannungskopfschmerzen. Bislang vermuteten Mediziner häuig die Ursache in der Muskulatur. Doch den Betroffenen konnte so allein nicht geholfen werden.

Jetzt haben Forscher die eigentlichen Übeltäter für Schmerzen im Bewegungsapparat enttarnt: Faszien. Sie umhüllen als kollagenhaltiges Bindegewebe jeden Muskel, einzelne Muskelfasern sowie den Körper als Ganzes. „Bei Rückenschmerzen spielen nur in circa 20 Prozent die Bandscheiben eine Rolle“, sagt der international bekannte Faszienforscher Dr. Robert Schleip. Mit einem Anteil von  80 Prozent ist die Schmerzursache meistens unklar.

Faszien-Training löst verklebtes Gewebe

„Heute wissen wir, dass mikroskopisch kleine Risse in den Faszien Schmerzen auslösen können.“ Nicht nur im Bewegungsapparat, auch Spannungskopfschmerzen sind möglich. Dabei sorgen Faszien im Normalfall für Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit. Ermöglicht wird das durch die vielverzweigte Faszienstruktur aus Wasser, Kollagen, Zucker-Eiweißverbindungen und verschiedenen Klebstoffen. Diese Zutaten erzeugen Elastizität und sorgen für gleitfähige Bewegung der Muskeln – im Alltag ebenso wie beim Sport.

Erstaunlich ist, dass Faszien enorm reißfest sind. „Sie sind oft nur einen Millimeter dick, können aber eine Zugkraft von mehr als 60 Kilogramm aushalten“, so Dr. Schleip. Die faszinierende Anpassungsfähigkeit leidet aber bei Bewegungsmangel. Ebenso bei Überlastung, einseitiger Beanspruchung oder Fehlhaltung. Das Gewebe kann regelrecht verkleben. Da es wie Spinnenweben zusammenhängt, verhärten auch benachbarte Muskeln. Forscher wie Dr. Schleip haben deswegen auch eine spezielle Therapie entwickelt, damit Faszien ihre ursprüngliche Geschmeidigkeit zurückgewinnen.

Faszien als Schmerzauslöser

Lange Zeit stand ein gezieltes Faszientraining gar nicht im Fokus der Schmerzlinderung, da die Bedeutung der Faszien völlig unterschätzt wurde. „Ihre wichtige Rolle für den Bewegungsablauf ist wissenschaftlich eine relativ neue Erkenntnis“, so Robert Schleip, der seine Forschungen gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe der Universität Ulm durchführt.

Die Faszien schaffen den Balanceakt zwischen Stabilität und flexibler Geschmeidigkeit. Die Folge: Wer das Gewebe elastisch und widerstandsfähig erhält, hat den bestmöglichen Schutz gegen vielfältige Beschwerden. Wird das Fasziennetz aber vernachlässigt, kommt es früher oder später zu Verspannungen und Schmerzen, außerdem zu Verletzungen wie Zerrungen. Bei alledem zeichnet Faszien die Eigenschaft aus, sich auch unabhängig von der Muskulatur zusammenzuziehen.

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Wer seinen Faszien etwas Gutes tun will, kann auf spezielle Dehnübungen zurückgreifen.
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Als Netzwerk verbinden sie sich darüber hinaus mit weiteren Strukturen, darunter Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln. Folglich verbessern die Faszien auch die Ganzkörperkoordination. Grund genug, die Alleskönner in Schuss zu halten. Kann tiefliegendes Bindegewebe aber gezielt trainiert und im Schmerzfall optimal therapiert werden? „Die Trainierbarkeit der Faszien ist mittlerweile gut erforscht“, sagt Dr. Schleip. „Dabei geht es nicht etwa um schweißtreibendes Kraft- oder Ausdauertraining. Faszienarbeit ist viel spezifischer.“

Entscheidend sind unter anderem langsame, achtsame Bewegungen. Ziel ist es, die Geschmeidigkeit einer Katze für den hochelastischen Faszienkörper zu erreichen (siehe Übungen in der Bilderstrecke).

Stress verhärtet die Faszien

Das Multitalent kann noch mehr: Faszien bilden einen entscheidenden Sitz unserer Empfindungen. Andrew Taylor Still, der Begründer der Osteopathie, sah das so: „Die Seele des Menschen mit all ihren Strömen puren Lebenssaftes scheint in den Faszien des Körpers zu fließen.“ Sie sind mit zahlreichen Nervenenden ausgestattet. Auf diese Weise geben Faszien unentwegt Informationen an unser Gehirn weiter.

Im Umkehrschluss beeinflusst auch emotionaler Stress die Beschaffenheit der Faszien. „In Studien konnten wir zeigen, dass sich hohe Stresspegel auf die Gewebespannung auswirken können“, sagt Dr. Schleip. Noch ein Aspekt: Für ihr Wachstum brauchen Faszien ausreichend Schlaf. „In der Nacht wird das Wachstumshormon HGH gebildet.“ Chronischer Schlafmangel kann daher eine gesunde Faszienerneuerung verhindern.

 

Faszien lassen sich trainieren

Die neue Therapie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Alternative Bewegungsmethoden wie Pilates, Tai Chi und Qi Gong haben sie maßgeblich geprägt. „Die Philosophie der meisten fernöstlichen Kampfkünste berücksichtigt die Bedeutung des Bindegewebes“, begründet Robert Schleip. „Es geht darum, die Achtsamkeit zu stimulieren und die Körperwahrnehmung zu erhöhen. Yoga ist ebenfalls ideal geeignet.“ Im Blickpunkt steht ein Gesundheitstraining mit weichen, dynamischen Dehnübungen, weil Faszien hauptsächlich auf Dehnungsreize reagieren.

Konzentriert bei bewusster Atmung ausgeführte Bewegungsabläufe erhöhen die Elastizität und Federkraft. Geschmeidige Faszien nehmen der Muskulatur viel Belastung ab. In der Folge steigt die körperliche Leistungsfähigkeit. Man fühlt sich beweglicher, gelenkiger und ist darüber hinaus auch ausgeglichener.


 

 

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Nimm Dir Zeit um nachzudenken, es ist die Quelle der Kraft!
 
Wortküsse
 
Wir werden nicht länger überflutet
von bedrückenden Emotionen,
sondern sind nur Beobachter von
dunklen emotionalen Ereignissen, die
durch unser Bewusstsein ziehen wie
finstere Wolken über den Himmel.
Deshalb "soll das den Namen Yoga
tragen", sagt der Wagenlenker zu
seinem Schüler in der Bhagavad Gita
"das Aufhören des Einsseins mit
dem Schmerz".

Sivananda
 
Yoga ist nicht für den,
der zu viel ißt,
noch für den,
der zu wenig ißt,

Yoga ist nicht für den,
der zu viel schläft,
noch für den,
der zu wenig schläft,

Yoga ist nicht für den,
der zu viel arbeitet,
noch für den,
der zu wenig arbeitet.

Yoga ist der Weg der Mitte.


Bhagavad Gita
 
Im Yoga leben heißt,
unmittelbar, von
Augenblick zu Augenblick,
ohne hemmende Bindung
an die Vergangenheit,
ohne eingeschliffene
Gewohnheiten oder eine
überkommene Weltanschauung
leben.

Patanjali
 
Es ist besser, eine Kerze anzuzünden,
als im Dunklen zu klagen

Konfuzius
 
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